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DCIM ProfessionalsDCIM Professionals

Referenz zur Wohngebäude-Elektroplanung

Heimelektrik-Materialplanung Referenz

Diese Seite erklärt die Planungskategorien hinter dem Materialschätzer Elektro. Sie beschreibt Kabellängen-Sammelposten, Stromkreisgruppierung, Unterverteiler-Planung, Schutzthemen und Umgebungshinweise.

Abkürzungen

LS-SchalterLeitungsschutzschalter
Der Schalter im Sicherungskasten, der automatisch auslöst (abschaltet), wenn ein Stromkreis zu viel Strom zieht, und so die Leitung vor Überhitzung schützt. Im Gegensatz zu einer klassischen Schmelzsicherung lässt er sich zurücksetzen und wiederverwenden.
RCBOResidual Current Breaker with Overcurrent Protection
Ein einzelnes Gerät, das MCB und RCD kombiniert — es schützt einen Stromkreis sowohl vor Überlast/Kurzschluss als auch vor Fehlerstrom, und zwar pro Stromkreis einzeln statt sich ein RCD mit mehreren Kreisen zu teilen.
RCDResidual Current Device
Ein Sicherheitsschalter, der den Strom sofort abschaltet, wenn er einen Stromfluss zur Erde erkennt — zum Beispiel über einen Menschen oder ein defektes Gerät — und so vor Stromschlägen schützt.
UPSUninterruptible Power Supply
Eine Batterie-Notstromversorgung, die Geräte für kurze Zeit weiterlaufen lässt, wenn der Netzstrom ausfällt — damit ein Notstromaggregat starten kann oder Geräte sicher heruntergefahren werden können.

Wichtiger Hinweis

Eine fachkundige Prüfung ist erforderlich.

Elektroinstallationen in Wohngebäuden müssen von qualifizierten Fachkräften nach den geltenden nationalen und örtlichen Vorschriften geplant, installiert, geprüft und in Betrieb genommen werden. In der DACH-Region haben Deutschland, Österreich und die Schweiz jeweils eigene Vorschriftenrahmen, Prüferwartungen und fachliche Verantwortlichkeiten. Auch im übrigen Europa sind nationale Umsetzung und örtliche Anforderungen maßgeblich.

Der Rechner und diese Referenzseite dienen nur der frühen Materialplanung und der Vorbereitung des Gesprächs mit der Elektrofachkraft. Sie ersetzen keine zugelassene Elektrofachkraft, keinen Elektroplaner, keine Prüfung, keine Abnahme und keine Inbetriebnahme.

Wofür diese Referenz gedacht ist

Grobe Materialplanung für den Wohnbereich vor dem Gespräch mit der Elektrofachkraft.

Schätzung von Kabellängen-Sammelposten nach Planungskategorie.

Schätzung von Stromkreisgruppen und Etagen-/Unterverteiler-Besprechungsumfang.

Vorbereitung von Fragen zu Schutzgeräten und Platz in der Unterverteilung.

Kennzeichnung von Umgebungen, die eine zusätzliche Kabel-/Schutzprüfung benötigen.

Wofür diese Referenz nicht gedacht ist

Endgültige Kabeldimensionierung oder Kabeltypauswahl.

Endgültige Absicherung oder Auswahl der Schutzgeräte.

Endgültige Planung für E-Ladestation, Wärmepumpe, Sauna oder Werkstattmaschinen.

Zähler-, versorger-, erdungs- oder potentialausgleichsseitige Neuplanung.

Offizielle Konformitätsdokumentation oder Installationsfreigabe.

Kabel-Planungskategorien

Der Schätzer gruppiert Längen nur in Planungskategorien. Diese Kategorien sind für die frühe Materialbesprechung nützlich, sind jedoch keine endgültigen Installationsentscheidungen.

PlanungskategorieTypische AnwendungBedeutung im RechnerPrüfhinweis
3 × 1,5 mm² PlanungskategorieBeleuchtung, Steuerungen, teilweise Rollladen-/VorhangplanungLängen-Sammelposten für die frühe MaterialbesprechungEndgültige Eignung hängt von Verlegeart, Schutz, Last, Route und örtlichen Vorschriften ab.
3 × 2,5 mm² PlanungskategorieSteckdosenstromkreise und teilweise dedizierte Kleinverbraucher-PlanungLängen-Sammelposten für Steckdosen- und Kleingeräte-BesprechungKeine endgültige Kabelauswahl. Absicherung und Kabeltyp müssen geprüft werden.
3 × 1,5 / 5 × 1,5 mm² SteuerkategorieRollläden, Vorhänge, Steuerungen, lokale SchaltkonzepteNur Steuerleitungs-PlanungspostenEndgültiges Kabel hängt von Motor-/Steuerkonzept, Schaltung, Bus-/Steuersystem und Installationsvorschriften ab.
5-adrige Großverbraucher-PlanungskategorieInduktionsherd, Sauna, Wärmepumpe, E-Ladestation, WerkstattlastenNur Längen-Sammelposten für die Großverbraucher-PrüfungEndgültiger Leiterquerschnitt, Schutz, Lastberechnung und Versorgungskonzept erfordern eine Elektroplanung.
Steigleitungs-/Zuleitungs-PlanungslängeEtagen-Unterverteiler-Zuleitungen, Garagen-/Gartenzuleitungen, ErweiterungenNur ein Platzhalter für die RoutenlängeDer Rechner wählt keine endgültige Zuleitungsdimensionierung.

Die Umgebung ist entscheidend

Der Kabeltyp lässt sich nicht allein aus Länge und Stromkreisanzahl ableiten. Die endgültige Kabelauswahl hängt von Last, Verlegeart, Routenlänge, Häufung, Umgebungstemperatur, mechanischem Schutz, Feuchtigkeit, UV-Einwirkung, Brandverhalten, Rauch-/Giftgas-/Korrosivgasverhalten, EMV-/Störumgebung, Gebäude-Brandschutzkonzept, nationalen/örtlichen Vorschriften und Prüfanforderungen ab.

UmgebungZusätzliche ThemenHaltung des Rechners
Normale WohnräumeAllgemeine Verlegung, Steckdosen-/Lichtgruppierung, künftige Reserve, örtliche InstallationsmethodeNur Planungskategorie
Küche / HauswirtschaftsraumDedizierte Geräte, Wärme, Gruppierung, Gleichzeitigkeit, zugängliche AbschaltungPrüfung dedizierter Stromkreis/Schutz
Bad / NassbereichFeuchtigkeit, Zonen, RCD/RCBO-Konzept, Potentialausgleich/Erdung, zulässige GerätestandorteBesondere Schutzprüfung erforderlich
Garage / KellerFeuchtigkeit, mechanischer Schutz, Staub, Verlegung, Unterverteiler-/ZuleitungskonzeptUmgebungs- und Zuleitungsprüfung
Außenbereich / GartenFeuchtigkeit, UV, mechanischer Schutz, erdverlegte Routen, Außengeräte, RCD/SchutzPrüfung der Außentauglichkeit
Technikraum / Home-LabDedizierte Stromkreise, USV, Rack-Power, Wärme, Dokumentation, Potentialausgleich und künftige ErweiterungTechnikraum-Prüfung
Telekom-/IT-/ServerraumBrandlast, LSZH/halogenfrei-Diskussion, EMV-Trennung, Potentialausgleich, Kabelmanagement, DokumentationFachliche Infrastrukturprüfung
Fluchtweg / gemeinsamer FlurGebäude-Brandschutzkonzept, Rauch, korrosive Gase, Verlegeeinschränkungen, BrandverhaltensklasseBrandschutzkonzept-/Vorschriftenprüfung
Werkstatt / Fabrik / IndustrieMechanische Beschädigung, Chemikalien, Öl, Vibration, Temperatur, EMV, Maschinen und SicherheitssystemeAußerhalb des Umfangs dieses Wohn-Schätzers
Brandschutz-SystemtrasseFunktionserhalt, brandgeprüfte Halterungen, zugelassene Systeme, NotbetriebAußerhalb des Rechner-Umfangs

CPR-Brandklasse ist kein Funktionserhalt

Die CPR-Brandverhaltensklasse beschreibt, wie Bauprodukte im Brandfall reagieren — etwa Flammenausbreitung, Rauchentwicklung, brennendes Abtropfen und Säure-/Korrosivgasverhalten.

Funktionserhalt bzw. Feuerwiderstand ist ein anderes Planungsthema. Es kann zugelassene Kabelsysteme, Halterungen, Befestigungen und Verlegung erfordern.

Eine CPR-Brandklasse ist kein Nachweis dafür, dass ein Stromkreis im Brandfall weiter funktioniert.

LSZH-/Halogenfrei-Diskussion

In sensiblen Räumen, öffentlichen/gemeinsamen Bereichen, Fluchtwegen, Telekom- oder Serverräumen können raucharme oder halogenfreie Kabelsysteme zu besprechen sein.

Die Anforderung hängt vom Gebäude-Brandschutzkonzept, örtlichen Vorschriften, der Route, dem Kabelsystem und der Fachplanung ab.

Dieser Schätzer kann das Thema kennzeichnen, wählt aber nicht das endgültige Kabelmantel-/Material.

E30 / E60 / E90 und Brandschutz-Trassen

Brandschutzsysteme, Sicherheitsbeleuchtung, Rauchabzug, Alarmsysteme und ähnliche Stromkreise können Funktionserhalt-Konzepte wie E30, E60, E90 oder vergleichbare örtliche Anforderungen benötigen.

Dies sind Systemanforderungen, keine einfachen Kabellängen-Schätzungen. Sie liegen außerhalb dieses Wohngebäude-Rechners.

Eine qualifizierte Planung/Elektrofachkraft muss das zugelassene System festlegen.

Zu besprechende Schutzgeräte

Der Schätzer listet Schutzthemen nur zur Besprechung auf. Er wählt keine endgültigen Gerätetypen oder Bemessungen.

GerätAuch bekannt alsWas zu besprechen ist
LS-SchalterLeitungsschutzschalter / MCBWelche Stromkreise eigene Schutzschalter benötigen und welche Endbemessung zulässig ist.
RCD / FIFehlerstrom-SchutzeinrichtungWelche Bereiche/Stromkreisgruppen einen FI-Schutz benötigen und wie die Gruppierung erfolgt.
RCBO / FI/LSKombigerät FI + LSBessere Stromkreistrennung, oft mehr Module/Kosten, endgültige Auswahl durch Elektrofachkraft.
ÜberspannungsschutzSPDOb ein Überspannungsschutz für das Gebäude-/Verteilungskonzept erforderlich oder empfohlen ist.
Hauptschalter / TrennvorrichtungHauptabschaltungSichere Trennung, Aufbau der Unterverteilung und örtliche Vorschriften.
Unterverteiler-ZuleitungsschutzZuleitungsschutz / SelektivitätSchutz und Selektivität für Etagen-, Garagen-, Garten- oder Erweiterungs-Unterverteiler.

Modulplanung der Unterverteilung

DIN-Modulschätzungen sind nur Besprechungsbereiche. Die endgültige Verteilergröße hängt von Geräte­familie, RCD/RCBO-Konzept, Überspannungsschutz, Hauptschalter, Zuleitungsschutz, Reserveplatz, örtlicher Praxis und der Elektroplanung ab.

KompaktkonzeptLS-Schalter + gruppierte FI
Getrenntes KonzeptMehr RCBO / FI-LS
Reserve20–30 % Besprechungsspielraum

Mehr Trennung benötigt meist mehr Module, kann aber die Fehlertrennung und Fehlersuche verbessern.

Häufige Fehler

Eine Kabelkategorie von einer Webseite als endgültigen Kabeltyp zu behandeln.

Anzunehmen, dass „3 × 2,5 mm²“ automatisch eine bestimmte Absicherung bedeutet.

Zu vergessen, dass Bäder, Außenbereiche, Garagen und Hauswirtschaftsräume eine zusätzliche Prüfung benötigen.

Künftige Lasten wie E-Ladestation, Wärmepumpe, Solar, Batterie oder Home-Lab zu vergessen.

Zu wenig Reserveplatz in der Unterverteilung einzuplanen.

Zu vergessen, dass die CPR-Brandverhaltensklasse nicht dasselbe ist wie der Funktionserhalt.

Anzunehmen, dass halogenfrei/LSZH nur für große Rechenzentren gilt, obwohl sensible/öffentliche/technische Bereiche dies ebenfalls erfordern können.

Eine Materialschätzung als Installationsangebot zu behandeln.

Verlegeart, Häufung, Umgebungstemperatur und Routenlänge zu ignorieren.

Nicht zu klären, was nach der Installation geprüft, beschriftet und dokumentiert werden muss.

Checkliste für das Elektrikergespräch

Endgültigen Kabeltyp, Leiterquerschnitt und Verlegeart festlegen lassen.

Gruppierung der Steckdosen-, Beleuchtungs-, Rollladen- und Geräte-Stromkreise bestätigen lassen.

Endgültige Absicherungswerte und Schutzkonzept bestätigen lassen.

RCD/FI- oder RCBO/FI-LS-Strategie für die Unterverteilung bestätigen lassen.

Anforderungen an den Überspannungsschutz bestätigen lassen.

Vorschriften für Bad, Außenbereich, Garage, Keller und Nassbereiche bestätigen lassen.

Großverbraucher wie Induktionsherd, E-Ladestation, Sauna, Wärmepumpe und Warmwasserbereiter bestätigen lassen.

Dimensionierung der Unterverteiler-Zuleitung, Zuleitungsschutz und Selektivität bestätigen lassen.

Erdung, Potentialausgleich und Zustand der Bestandsanlage bestätigen lassen.

Anforderungen an Dokumentation, Beschriftung, Prüfung, Abnahme und Inbetriebnahme bestätigen lassen.

Nicht in der Schätzung enthalten

Bohrarbeiten

Stemmarbeiten / Schlitze / Kanäle

Installationsarbeiten für Leerrohr oder Kabeltrassen

Verputzen

Malerarbeiten

Fliesenreparatur

Decken- oder Bodenreparatur

Brandabschottung

Genehmigungs- oder Prüfgebühren

Versorger-/zählerseitige Arbeiten

Neuplanung von Erdung/Potentialausgleich

Endgültige Lastberechnung

Endgültige Kabeldimensionierung

Endgültige Absicherungsauswahl

Endgültige Konformitätserklärung

Nächster Schritt

Exakte Projektdaten verwenden

Nutzen Sie den Materialschätzer Elektro, um Etagen, Räume, Sonderverbraucher, Unterverteiler, Umgebungshinweise und Planungslisten-Zeilen einzugeben.

Rechner öffnen →

Abschließender Sicherheitshinweis

Diese Referenzseite bietet nur Planungshinweise. Sie ersetzt keine qualifizierte Elektroplanung, keine Prüfung nach deutschen/DACH/EU-Vorschriften, keine nationalen/örtlichen Normen, keine Kabeldimensionierung, keine Schutzgeräteauswahl, keine Brandschutzplanung, keine Anforderungen des Versorgers, keine Erdungs-/Potentialausgleichsprüfung, keine Prüfung, Abnahme, Inbetriebnahme oder fachliche Freigabe.