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Strom & USV Referenz

Rack-Power-Referenztabelle

Praxisnahe Planungshilfe zur Abschätzung von Racklast, Stromaufnahme, A/B-Einspeisung und Auslastungsrisiko. Nutzen Sie diese Seite als schnelle Referenz und den Rechner für exakte Eingaben.

Abkürzungen

IECInternational Electrotechnical Commission
Die internationale Organisation, die elektrische Sicherheitsnormen für weite Teile der Welt außerhalb Nordamerikas festlegt. Wenn eine Tabelle eine IEC-Nummer nennt, verweist sie auf das offizielle Regelwerk hinter einer Berechnung.
NECNational Electrical Code
Das US-amerikanische Regelwerk für elektrische Sicherheit — das US-Gegenstück zu den IEC-Normen, die anderswo gelten.
PDUPower Distribution Unit
Im Grunde eine robuste Steckdosenleiste im Serverrack, die eine ankommende Stromzuleitung auf mehrere Steckdosen für die Geräte im Rack aufteilt.
UPSUninterruptible Power Supply
Eine Batterie-Notstromversorgung, die Geräte für kurze Zeit weiterlaufen lässt, wenn der Netzstrom ausfällt — damit ein Notstromaggregat starten kann oder Geräte sicher heruntergefahren werden können.
VDEVerband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik
Der deutsche Verband für Elektrotechnik, der weitverbreitete Sicherheitsnormen in Deutschland und darüber hinaus herausgibt — vergleichbar mit der IEC, aber speziell deutsch.

Racklast-Bereiche

Diese Bereiche sind praktische Planungsreferenzen. Die endgültige Auslegung hängt von lokaler Spannung, Absicherung, PDU-Ratings, Redundanzmodell, Kühlung und Standortstandards ab.

LastbereichTypische LastTypische NutzungPlanungshinweis
Leichtes Rack1–3 kWKleines Netzwerkrack, Patchfelder, Switches, wenige ServerMeist einfach zu versorgen und zu kühlen, aber PDU- und Stromkreisgrenzen trotzdem dokumentieren.
Mittleres Rack3–6 kWGemischtes IT-Rack, mehrere Server, Storage, Access-/NetzwerkgeräteA/B-Lastverteilung, PDU-Ratings, vorgeschaltete Absicherung und Kühlung prüfen.
High-Density-Rack6–10 kWDicht bestücktes Serverrack, Virtualisierungshosts, Storage oder Lab-InfrastrukturErfordert sorgfältige Prüfung von Strom, Kühlung, Verkabelung und Monitoring.
Sehr hohe Rackdichte10 kW+GPU-, AI-, HPC- oder spezialisierte Dense-Compute-SystemeNicht wie normale Rackplanung behandeln. Standortbezogene technische Prüfung erforderlich.

230-V-Strombeispiele

Ungefähre Stromwerte für typische Racklasten bei 230 V. Die A/B-Spalte nimmt nur für die Planung eine gleichmäßige Lastverteilung an.

RacklastGesamtstrom bei 230 VGleichmäßige A/B-AufteilungHinweis
1 kW≈ 4,35 A≈ 2,17 A je EinspeisungLeichtes Lastbeispiel bei 230 V.
2 kW≈ 8,70 A≈ 4,35 A je EinspeisungTypische kleine Racklast.
3 kW≈ 13,04 A≈ 6,52 A je EinspeisungOft nahe praktischer Grenzen kleinerer Einzelstromkreise.
5 kW≈ 21,74 A≈ 10,87 A je EinspeisungBenötigt sorgfältige PDU- und Stromkreisplanung.
8 kW≈ 34,78 A≈ 17,39 A je EinspeisungBereich für High-Density-Planung.
10 kW≈ 43,48 A≈ 21,74 A je EinspeisungErfordert geprüfte Strom- und Kühlungsplanung.

Methodische Grundlage

Rack-Power-Planung beginnt mit der Gesamtleistung und wandelt diese in den Strom für die erwartete Versorgungsspannung um.

Strom (A) = Leistung (W) ÷ Spannung (V)

Bei Dual-Feed-Planung sollten sowohl die normale Lastverteilung als auch der Fehlerfall geprüft werden, in dem eine Seite mehr Last tragen muss.

So verwenden Sie diese Referenz

  1. Alle versorgten Geräte im Rack erfassen.
  2. Soweit verfügbar, Typenschildwerte oder gemessene Leistungswerte verwenden.
  3. Annahmen für Single-Feed- und Dual-Feed-Geräte getrennt betrachten.
  4. Gesamte Racklast in W und kW berechnen.
  5. Erwarteten Strom bei der lokalen Spannung prüfen.
  6. A/B-Einspeisung und praktische Auslastung gegen PDU- und Stromkreis-Ratings prüfen.
  7. Kühlleistung und Monitoring vor der Umsetzung verifizieren.

Typische Fehler

  • Typenschildwerte blind verwenden, ohne realistische Last oder Wachstumsreserve zu prüfen.
  • Annehmen, dass A/B-Einspeisungen automatisch die nutzbare Leistung verdoppeln.
  • Vorgeschaltete Absicherung, PDU-Rating und Steckverbindungsgrenzen ignorieren.
  • Vergessen, dass die Kühlung zur elektrischen Last passen muss.
  • Keine Reserve für spätere Erweiterungen einplanen.

Auslastungshinweise

Die Auslastung muss gegen die jeweils geltenden PDU-, Stromkreis- und Standortregeln geprüft werden. Die folgenden Bereiche sind praktische Planungsmarker.

AuslastungStatusPlanungshinweis
≤ 50 %Komfortabler PlanungsbereichGute Betriebsreserve, sofern die vorgelagerte Auslegung korrekt ist.
50–80 %Normaler überwachter BereichHäufiger praktischer Planungsbereich; Wachstum und Lastverteilung beobachten.
80–90 %WarnbereichRedundanzannahmen, Stromkreisgrenzen und spätere Erweiterung prüfen.
> 90 %RisikobereichNur verwenden, wenn dies ausdrücklich geplant, geprüft und freigegeben wurde.

Beispiel

Ein Rack hat eine erwartete IT-Last von 4,6 kW bei 230 V.

Gesamtlast4,6 kW
Gesamtstrom≈ 20 A
Gleichmäßige A/B-Aufteilung≈ 10 A je Einspeisung

Trotzdem müssen PDU-Rating, vorgeschaltete Absicherung, Steckertyp, Redundanzverhalten und Kühlleistung geprüft werden.

Engineering-Hinweise

  • Strom und Kühlung hängen direkt zusammen: Fast die gesamte elektrische Last wird im Raum zu Wärme.
  • A/B-Einspeisungen dienen normalerweise der Redundanz, nicht einfach zusätzlicher Kapazität.
  • Bei dreiphasiger Verteilung muss die Phasenbalance geprüft werden.
  • Wo möglich, reale Last messen, besonders vor dem Einbau dichter Hardware.
  • Annahmen klar in Übergabe- oder Betriebsdokumentation festhalten.

FAQ

Kann ich diese Referenz für die endgültige Elektroplanung verwenden?

Nein. Diese Seite ist eine Planungsreferenz. Die endgültige Auslegung muss gegen qualifizierte Elektroplanung, lokale Vorschriften, Standortregeln, Absicherung, PDU-Ratings und Herstellerdokumentation geprüft werden.

Bedeutet A/B-Einspeisung, dass ich doppelt so viel Leistung nutzen kann?

Normalerweise nicht. A/B-Einspeisungen dienen oft der Redundanz. Fällt eine Einspeisung aus, muss die verbleibende Seite möglicherweise die Gerätelast tragen.

Warum wird 80 % oft als Warnbereich behandelt?

Es ist ein praktischer Planungsmarker für Reserve und Dauerbetrieb. Exakte Grenzen hängen von lokalen Regeln, Geräten und Standortstandards ab.

Nächster Schritt

Brauchen Sie das exakte Ergebnis?

Nutzen Sie den Rack-Power-Rechner, um Racklast, Spannung, Einspeisungsannahmen und Auslastungsgrenzen für das genaue Planungsergebnis einzugeben.

Rechner öffnen →

Hinweis

Diese Referenztabelle bietet nur Planungshilfe. Sie ersetzt keine qualifizierte Elektroplanung, lokalen elektrotechnischen Vorschriften, IEC/VDE/NEC-Anforderungen, Prüfung der Absicherung, standortspezifische technische Planung, Herstellerdokumentation oder professionelle Abnahme.